Mein Pferd kann das auch

Er ist ein Farbtupfer in rot wo immer er auftritt: Der Berittene Fanfarenzug Freckenhorst e.V. Wie der Name schon sagt spielen Pferde bei den Freckenhorster Musikern die größte Rolle. Der Auftritt zu Pferd ist die Grundidee des 1963 gegründeten Vereins. Damals hielt es der Ehrenoberst des Bürgerschützenvereins Freckenhorst für angebracht, dass Herolde mit Fanfarensignalen den traditionellen Schützenumzug ankündigten. 50 Jahre später ist der Verein dafür in der heimischen Region, in ganz Deutschland sowie im europäischen Ausland und sogar in Übersee bekannt.

Die 25 Musikerinnen und Musiker spielen im Stand auf B-Trompeten, die von Kesselpauken begleitet werden. Zu Pferde musizieren die Freckenhorster Rotröcke auf historischen ES-Fanfaren. Auch hier werden sie von Kesselpauken begleitet. Die meisten Auftritte zu Pferde finden im nördlichen Nordrheinwestfalen (Münsterland, Ostwestfalen-Lippe, Ruhrgebiet) im südlichen Niedersachsen und in den östlichen Benelux-Staaten (Niederlande, Belgien, Luxemburg) statt. Ausnahmen bestätigen hier allerdings die Regel. So traten die Musiker schon dreimal auf geliehenen Westernpferden in Calgary / Kanada auf.

Bei einem Auftritt zu Pferde sind i.d.R. 15 Pferde und 22 Personen des Berittenen Fanfarenzuges beteiligt. Vorweg reiten zwei Standartenträger des Vereins, die von zwei Sicherungspersonen zur vorderen Verkehrsabsicherung begleitet werden. Darauf folgen der Kesselpauker und sein Pferd. Aufgrund der eingeschränkten Reitereinwirkung wird das Paukenpferd grundsätzlich von einer weiteren Person geführt.

Im Anschluss folgen drei Reihen mit Reitern, die einhändig auf Es-Fanfaren kurze Signale spielen. Die zwölf Fanfarenspieler werden durch jeweils zwei Sicherungspersonen am Anfang und am Ende der Formation begleitet. In abgesperrten Bereichen (z. B. auf Turnierplätzen) halten sich die Sicherungspersonen in größerem Abstand zur Formation innerhalb des Absperrungsbereichs auf.

Der tägliche Umgang mit den Pferden ist nicht nur ein schönes Hobby. Er bringt auch Riskiken mit sich. Pferde sind Fluchttiere, deshalb wollen sie vor allem fliehen, was ihnen Angst macht, gerade an ungewohnten Orten. Aus diesem Grund wird das Thema „Sicherheit bei berittenen Auftritten“ im Berittenen Fanfarenzug Freckenhorst sehr groß geschrieben. Etwaige Risiken werden schon vor dem Auftritt mit verschiedenen Maßnahmen auf ein Minimum reduziert.

RegenschirmDie Wichtigste ist das mehrmals im Jahr stattfindende “Pferdetesten” im Stadtgebiet Freckenhorst oder Warendorf. Neben den Klängen von Fanfaren und Pauken lernen die Pferde dort auch andere eindringlich hörbare Klangkörper kennen. Sei es das Pfeifen einer Querflöte oder eines Dudelsacks, das Schäppern einer Snare oder eines Beckens. Ziel ist es, dass die Pferde alle möglichen Geräusche und Effekte, die es bei einem Festumzug geben kann, im Vorfeld mit Ruhe erkunden können. Daher kommen auch im Wind wehende Fahnen, Absperrband, Regenschirme, Luftballons und Bälle zum Einsatz. Natürlich dürfen auch vorbeifahrende Kutschen oder Reiter nicht fehlen. Ein besonderes Training erfordert auch das Überqueren von Bahngleisen, Gullideckeln und anderen Metallplatten auf der Fahrbahn, die den Pferden auf den üblichen Reitrouten unbekannt sind, aber in Städten regelmäßig anzutreffen sind.

Zur Stammmannschaft des Berittenen Fanfarenzuges Freckenhorst zählen momentan 20 Pferde. Altersbedingt, durch Verkauf oder Umzug des Besitzers können aber einige Pferde für die Auftritte in diesem Jahr nicht mehr genutzt werden. So ist der Verein auf der Suche nach Pferdefreunden, die ihre Vierbeiner zur Verfügung stellen oder sogar selber mitmachen möchten. Die Tiere werden, wie oben erwähnt, langsam und vorsichtig an die verschiedenen Situationen gewöhnt und werden, wenn sie sich als tauglich erweisen, für ca. 8 Auftritte pro Jahr (meist an Wochenenden und Feiertagen) eingeplant. Hierbei wird jeder Termin vor der Saison mit den Besitzern abgesprochen und wenn das Pferd dann mal nicht zur Verfügung steht ist das kein Problem.

Martin FabischDie spezielle Ausbildung hat für die Pferdebesitzer einige Vorteile. Die Pferde lernen Dinge, die sie im normalen Alltag nicht erfahren würden. Gerade in den Punkten Geräuschempfindlichkeit und Schreckhaftigkeit wurden in der Vergangenheit große Erfolge erzielt. Einige Vierbeiner der Stammmannschaft sind mittlerweile auch an anderen Tagen als Pferd des Schützenoberst, in einer Reiterstaffel oder als Kutschpferd im Einsatz. Und auch bei einem ganz normalen Ausritt ist die größere Gelassenheit in brenzligen Situationen ganz sicher von Vorteil. Desweiteren gibt es pro Pferd und Tag eine Aufwandsentschädigung für die Besitzer. Ein Pferd ist kein günstiges Hobby und so kann der Vierbeiner selber etwas zu seinem Unterhalt beitragen.

Wenn Sie ein Pferd haben und es den Musikern des Berittenen Fanfarenzuges Freckenhorst gelegentlich zu Verfügung stellen oder sogar selber mitmachen möchten können Sie bei Martin Fabisch unter Telefon 02584/934550 oder 0171/6593817 ganz unverbindlich nähere Informationen einholen.

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